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Maßnahmenpaket „OTTERBEIN ZEMENT ECO-PLUS 2023"

Maßnahmenpaket „OTTERBEIN ZEMENT ECO-PLUS 2023"

Im Jahr 2023 haben wir die Genehmigung für das zukunftsweisende Maßnahmenpaket „OTTERBEIN ZEMENT ECO-PLUS 2023“ vom Regierungspräsidium (RP) Kassel erhalten. Für unser Unternehmen ist die Realisierung des Vorhabens ein wichtiger Meilenstein beim weiteren zukunftsgerichteten Ausbau der nachhaltigen und emissionsarmen Zementproduktion.


 

Maßnahmenpaket „OTTERBEIN ZEMENT ECO-PLUS 2023"

Leuchtturmprojekt für emissionsarme und ressourcenschonende Zementproduktion

Im Jahr 2023 haben die Zement- und Kalkwerke (ZKW) OTTERBEIN die Genehmigung für das Maßnahmenpaket „OTTERBEIN ZEMENT ECO-PLUS 2023“ vom Regierungspräsidium (RP) Kassel erhalten. Damit kann das in 5. Generation geführte Familienunternehmen aus Müs einen bedeutenden Meilenstein beim zukunftsgerichteten Ausbau der nachhaltigen und emissionsarmen Zementproduktion verzeichnen. Das Unternehmen setzt dabei auf eine innovative und besonders ressourcen- und klimaschonende Technologie. Aufgrund des beispielgebenden Beitrags zum Umweltschutz und zur Energiewende wird das Projekt von zwei Bundesministerien - Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz - gefördert. Der aktuellen Erteilung der Genehmigung durch das RP Kassel ging ein Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) mit Öffentlichkeitsbeteiligung voraus.

Die Genehmigung ist ein positives und zukunftsweisendes Signal für das Familienunternehmen und seine rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Für uns ist dieser Bescheid kein alltägliches Ereignis. Damit können wir einen richtungsweisenden Schritt zur nachhaltigen Entwicklung und Dekarbonisierung der Zementproduktion an unserem Standort gehen. Wir sind sehr stolz auf diese Genehmigung und sie ist für unser Unternehmen und unsere Belegschaft ein wichtiges Signal für die Zukunft.“, so Geschäftsführer Dr. Christian W. Müller. Das traditionsreiche Unternehmen treibt die nachhaltige Ausrichtung seiner Unternehmenspolitik mit dem umfangreichen Maßnahmenpaket weiter voran und schafft damit ein „Plus“ für Umwelt, Klima sowie Wirtschaft und Arbeitsplätze in der Region. Die aktuellen Maßnahmen setzen damit konsequent den Investitionskurs der letzten Jahrzehnte in Umweltschutz, Energieeffizienz und Ressourcenschonung fort. Insgesamt werden für das Projekt rund 10 Millionen Euro in zukunftsweisende Technologien investiert. Die Zementproduktionslinie bei OTTERBEIN wird künftig zu den emissionsärmsten und ressourcenschonendsten weltweit gehören.

Aufgrund des hohen Innovationsgrades und dem wichtigen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz wird das Leuchtturmprojekt vom Bundesumweltministerium und vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. „Für uns sind die Förderungen und die erteilte Genehmigung wichtige Signale, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es kommt damit zum Ausdruck, dass das Maßnahmenpaket die hohen Standards des Bundes für die Transformation der Industrie erfüllt. Dies ist eine erfreuliche Auszeichnung und zugleich Ansporn für den weiteren zukunftsgerichteten Ausbau der nachhaltigen Zementproduktion an unserem Standort.“, so Winfried Müller, Geschäftsführender Gesellschafter von ZKW Otterbein.

Hoher Innovationsgrad durch einzigartige Technologie

Das Gesamtmaßnahmenpaket umfasst drei zentrale Bausteine: Das Herzstück des Projektes ist eine sog. HGF-SCR-Anlage (Heißgasfilter-Selective Catalytic Reduction-Anlage), die zusätzlich zu den aktuell im Werk betriebenen Umwelt- und Filteranlagen installiert wird. Sie kombiniert einen Heißgasfilter mit einem Katalysator in einer Funktionseinheit. Die Anlage steht für einen innovativen Technologiesprung in der Luftreinhaltung und entwickelt den aktuellen Stand der Technik entscheidend weiter. Sie ermöglicht eine signifikante Reduktion von Abgasemissionen unter das geforderte Niveau und arbeitet dabei hochwirksam und besonders ressourcenschonend. Die Installation und Inbetriebnahme wird in enger Abstimmung durch das Umweltbundesamt und weitere Fachexperten begleitet.
Darüber hinaus wird an der Drehofenlinie eine Anlage zur Kreislaufentlastung installiert. Diese sorgt für einen verfahrenstechnisch stabilen und energieeffizienten Ofenbetrieb mit einem verstärkten Einsatz eines CO2-reduzierten Brennstoffmixes anstelle fossiler Energieträger. Hierzu wurde im Rahmen der Genehmigung eine Erhöhung der Einsatzrate für klimafreundliche Alternativbrennstoffe von derzeit 60% auf bis zu 100% bewilligt. Abgerundet wird das Maßnahmenpaket durch eine Steigerung des Einsatzes Hüttensand und Hüttensandmehl. Dadurch wird eine weitere Reduktion des CO2-Fußabdrucks der hergestellten Zemente erreicht.


Im Einzelnen setzt sich das Maßnahmenpaket „OTTERBEIN ZEMENT ECO-PLUS 2023“ aus den folgenden drei Bausteinen zusammen aus: 

1. Reduktion der Luftemissionen in der Zement-Klinkerproduktion

Hierfür ist die Installation einer sog. HGF-SCR-Anlage geplant. Die neue HGF-SCR-Anlage kombiniert einen Heißgasfilter mit einem Katalysator in einer Funktionseinheit. Dadurch können die Luftemissionen in der Zementklinkerproduktion weit unter das aktuell geforderte Maß gesenkt werden. Dank des innovativen Anlagendesigns soll die HGF-SCR-Anlage dabei besonders nachhaltig, ressourcenschonend und hocheffizient arbeiten.

Frderung UIP Vertikal a

Das neuartige Abgasreinigungsverfahren wurde in den letzten Jahren aktiv und gemeinsam mit einem weltweit renommierten Unternehmen für Luft- und Umwelttechnik entwickelt. Die geplante Anlage steht für einen innovativen Technologiesprung in der industriellen Luftreinhaltung. Die großtechnische Umsetzung der Anlage wird im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gefördert, die Installation und Inbetriebnahme wird in enger Abstimmung durch das Umweltbundesamt und weitere Fachexperten begleitet.

Das neue System wird dabei zusätzlich zu den aktuell im Werk betriebenen Filter- und Umwelttechnologien installiert, wodurch ein weiterer Ausbau der umweltschonenden Zementproduktion erreicht wird.

2. Reduktion von CO2-Emissionen in der Zement-Klinkerproduktion

Hierfür ist die Errichtung einer sog. Anlage zur Kreislaufentlastung an der Drehofenlinie geplant. Diese sorgt für einen verfahrenstechnisch stabilen und energieeffizienten Ofenbetrieb bei einem gesteigerten Anteil eines CO2-reduzierten Brennstoffmixes anstatt fossiler Energieträger. Zur Brennstoffaufgabe und -dosierung wird in eine zusätzliche Andockstation für sog. Walking-Floor-LKW-Auflieger investiert. Aufgrund des wichtigen Beitrags zur Energiewende wird das Vorhaben zur „Senkung des Bedarfs an fossilem Brennstoff durch Kreislaufentlastung“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

Frderung BMWK

In diesem Zusammenhang ist eine Erhöhung der genehmigten Einsatzrate für klimafreundliche Alternativbrennstoffe aus Biomasse von derzeit 60% auf bis zu 100% nach erfolgreicher Inbetriebnahme der HGF-SCR-Anlage und der Anlage zur Kreislaufentlastung geplant. Durch die Maßnahmen wird mit einer Einsparung von mehreren Tausend Tonnen CO2 pro Jahr gerechnet. Neben der thermischen Nutzung erfolgt dabei auch eine vollständige stoffliche Nutzung der eingesetzten biomassehaltigen Brennstoffe, wodurch zusätzlich natürliche Ressourcen geschont werden.

3. Reduktion des CO2-Fußabdrucks in der Zementproduktion
Geplant ist die Erweiterung der Genehmigung für die Trocknung und Vermahlung von Hüttensand zu Hüttensandmehl mit dem Ziel, den Einsatz dieser CO2-neutralen Zementbestandteile künftig zu steigern. Hierzu wird ein neuer Trommeltrockner aus hochfestem Stahl installiert. Durch die Erhöhung des Einsatzes von Hüttensand und Hüttensandmehl wird mit einer zusätzlichen Einsparung von mehreren Tausend to CO2 pro Jahr gerechnet. Überdies schont der Einsatz von Hüttensand als Kuppelprodukt aus der Stahlproduktion natürliche Ressourcen vor Ort.

 Folgende Abbildung fasst das Vorhaben überblickartig zusammen. 

Uebersicht EcoPlus 1


Zusatzinformationen

Meilensteine:
Als traditionsreiches Unternehmen übernehmen die ZKW OTTERBEIN seit Generationen Verantwortung zum Schutz von Gesundheit und Umwelt. Dies zeigen unter anderem die regelmäßigen erfolgreichen Zertifizierungen in den Bereichen Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagement, die auf der Website transparent einsehbaren Emissionsdaten sowie die Vielzahl an Maßnahmen und die erheblichen Investitionen, die in den letzten Jahren in der Zementproduktion am Standort realisiert wurden, wie beispielsweise:

Mit dem Maßnahmenpaket „OTTERBEIN ZEMENT ECO-PLUS 2023“ wird der eingeschlagene Kurs aufbauend auf dem guten Ausgangsniveau weitergeführt.

Über OTTERBEIN:
Die Zement- und Kalkwerke OTTERBEIN GmbH & Co. KG betreibt südöstlich des Ortsteils Müs der Gemeinde Großenlüder einen Kalksteintagebau. Der aus den Muschelkalk-Serien gewonnene Rohstoff wird von 130 Mitarbeitern/innen u.a. in Anlagen zum Brennen von Kalk, zum Herstellen von Zementen und zur Herstellung von Werktrockenmörtel sowie im Rahmen weiterer Verarbeitungsschritte veredelt. Als einzigartig integriertes Kalk-, Zement- und Mörtelwerk wird ein höchst-möglicher Grad der Nutzung und Veredlung der vor Ort gewonnen Kalksteinressourcen zu über 100 verschiedenen Qualitätsprodukten für unterschiedlichste Anwendungsfelder realisiert. Die Produkte werden u. a. im Bausektor, im ökologischen Hausbau, in der Denkmalpflege, in der Trinkwasseraufbereitung, Luftreinhaltung sowie in der Landwirtschaft eingesetzt – der Großteil wird in der Region abgesetzt. Das Maßnahmenpaket „OTTERBEIN ZEMENT ECO-PLUS 2023“ fokussiert auf die Zementproduktionslinie bei OTTERBEIN.

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